
Transparenz und Nachvollziehbarkeit sind die Grundlage jeder verantwortungsvollen Haushaltspolitik. Umso wichtiger ist es, dass die Zahlen, die im Haushaltsplan der Stadt vorgelegt werden, realistisch sind und die tatsächlichen Verhältnisse widerspiegeln. Im Bereich der Wohnraumvermietung der Stadt scheint das nicht immer der Fall zu sein.
Rückblick: Korrektur nach Hinweisen
Im Haushaltsplan vor zwei Jahren stellte sich heraus, dass eine geplante Fahrradabstellanlage am Bahnhof im Wert von über 200.000 Euro als Investition in der Wohnraumvermietung geführt wurde. Erst nachdem die SPD auf diesen Fehler hingewiesen hatte, wurde die Zuordnung im darauffolgenden Jahr korrigiert.
Dramatischer Anstieg der Personalaufwendungen
In diesem Jahr ist der SPD nun ein weiterer Punkt aufgefallen: die stark gestiegenen Personalaufwendungen in der Wohnraumvermietung. Innerhalb nur eines Jahres, von 2025 auf 2026, sind diese Kosten von 106.000 Euro auf 170.000 Euro angestiegen. Ein Blick in die Vergangenheit macht die Entwicklung noch deutlicher:
- 2015: 40.000 Euro
- 2022: 60.000 Euro
- 2025: 106.000 Euro
- 2026: 170.000 Euro
Bei rund 70 städtischen Wohnungen entspricht das einem Personalaufwand von etwa 200 Euro pro Wohnung – und zwar nicht pro Jahr, sondern pro Monat. Diese Entwicklung wirft Fragen auf und bedarf einer nachvollziehbaren Erklärung.
Fragwürdige Zuordnung von Personalkosten
Auf Nachfrage stellte sich heraus, dass der neu eingestellte Maler mit einem Personalaufwand von rund 40.000 Euro vollständig der Wohnraumvermietung zugeordnet wurde. Die Begründung: Sein Einsatz würde überwiegend in diesem Bereich erfolgen.
Diese Zuordnung erscheint jedoch kaum plausibel. Die Stadt besitzt lediglich acht Mietshäuser. In vermieteten Wohnungen fallen für einen Maler in der Regel nur begrenzte Arbeiten an, etwa im Bereich der Fassade oder in gemeinschaftlich genutzten Fluren. Gleichzeitig verfügt die Stadt über eine Vielzahl weiterer Gebäude und Einrichtungen, in denen es nicht nur um Flur und Fassade geht: Dorfgemeinschaftshäuser, die Zehntscheune, das Hospital, mehrere KiTahäuser, die Kulturwerkstatt, das Rathaus, die Kulturhalle, die Turnhalle in Udenhausen. In all diesen Gebäuden fallen auch Malerarbeiten an, die eindeutig nicht der Wohnraumvermietung zugeordnet werden können.
Rein rechnerisch würde die vollständige Zuordnung bedeuten, dass der Maler jedes Jahr rund fünf Wochen in jedem einzelnen der acht Mietshäuser tätig wäre – ein Szenario, das offensichtlich nicht der Realität entspricht.
Die städtische Wohnraumvermietung trägt sich finanziell
| Jahr | Haushaltsplan | Jahresergebnis |
| 2024 | -29.345,00 € | 34.083,38 € |
| 2023 | -3.450,00 € | 37.132,89 € |
| 2022 | 14.950,00 € | 26.229,29 € |
| 2021 | -56.350,00 € | 18.466,43 € |
| 2020 | -82.060,00 € | 43.198,72 € |
| Summe | -156.255,00 € | 159.110,71 € |
Wenn man die letzten 5 Jahre betrachtet, für die ein Jahresergebnis für die Wohnraumvermietung vorliegt, erkennt man: Die Zahlen im Haushaltsplan weisen in der Summe ein Defizit in Höhe von -156.255 Euro aus, während die Zahlen im Jahresergebnis einen Überschuss von 159.110 Euro ausweisen. Richtig ist jedoch das Jahresergebnis. Noch deutlicher wird die finanzielle Bedeutung der Wohnraumvermietung wenn man berücksichtigt, dass im Jahresergebnis die Abschreibungen, die ja lediglich buchhalterische Ausgaben sind, durch tatsächliche Geldeinnahmen gedeckt werden. Ohne die Abschreibungen ist der Überschuss 590.000 Euro in den 5 Jahren.
Unser Anliegen: Realistische und transparente Haushaltszahlen
Die Wohnraumvermietung der Stadt ist ein wichtiger Bereich, den alle Fraktionen mit großem Interesse verfolgen. Gerade deshalb ist es entscheidend, dass die vorgelegten Zahlen korrekt, realistisch und nachvollziehbar sind.
Ziel der SPD ist keine Kritik um der Kritik willen, sondern eine sachliche und verantwortungsvolle Haushaltsführung. Dazu gehört, Kosten dort zu verbuchen, wo sie tatsächlich entstehen, und eine transparente Darstellung gegenüber Politik und Öffentlichkeit sicherzustellen.
Die SPD wird sich auch weiterhin dafür einsetzen, dass der Haushalt der Stadt klar, korrekt und glaubwürdig bleibt. Denn nur auf dieser Grundlage können fundierte Entscheidungen getroffen und das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger gestärkt werden.







